Zugfahrt nach Huê – die ehemalige Hauptstadt Vietnams

Die Nacht verbrachten wir unspektakulär in der Nähe vom Bahnhof Da Nang in einem Hotel. Am nächsten Morgen gab es dort auch kein Frühstück und wir mussten uns ziemlich beeilen, um den Zug nach Hué nicht zu verpassen.

Das Zug Ticket für die 3 stündige Fahrt holten wir problemlos am Schalter des Bahnhofs für 4€ pro Person (und das ist noch der erhöhte Ausländerpreis, das steht sogar auf dem Ticket… Wir fragten uns was wäre, wenn das in Deutschland so gehandhabt würde 🙂 )

So warteten wir dann auf den Zug und als dieser einfuhr mussten wir zunächst das Gleis 1 überqueren um in den sich auf Gleis 2 befindlichen Zug einzusteigen. Das ist dort aber ganz normal und bei dem Bahnhof kommt auch nur alle paar Stunden ein Zug vorbei. Von Außen sah der Zug aus wie vor 30 Jahren in Deutschland vielleicht, aber von Innen war es dann erstaunlich modern. Bequeme Ledersitze die verstellbar sind und Steckdosen an jedem Sitz. Soetwas gibt es nur im ICE haha.

Wir fuhren insgesamt ca. 4 Stunden lang direkt an der Küste entlang mit schönen Aussichten auf das Meer, steile Abhänge und kurvige Brücken.

Zwischendurch kam dann noch der Essenswagen ähnlich wie im Flugzeug und servierte Reis mit verschiedenen fleischhaltigen Soßen. Dies bekommt man in den berühmten Styropor Wärme Plastikboxen die auch bei uns beim Asiaten gibt. Ziemlich starker Service.
Es wurde Abend und wir beschlossen draußen in den Straßen etwas zu essen und zu bummeln. Hierbei probierten wir das lokale Bier „Huda“, sowie in Blätter eingefaltetes Essen was wir nicht definieren können und leckere vegetarische Frühlingsrollen…

Auch den Nachtmarkt haben wir besucht und die hektischen Straßen von Hué Zentrum. Eine riesen Kreuzung mit dem chaotischsten Verkehr die zu 90% Motorbike Anteil haben und jeder fährt wie er will. Aber es klappt haha. Unglaublich.

Der Spaziergang führte noch zur Zitadelle am Fluss entlang und den Rückweg fuhren wir mit einem hier typischen Taxi Fahrrad wo wir zwei hintereinander sitzend vor dem Fahrer gefahren werden.

Thuy Tien Lake – ein ehemaliger Freizeitpark im Verfall

Wir liehen uns nach einem unglaublich leckeren Frühstück mit u.a. frisch gepressten Passion Fruit Saft einen Roller von unserem Hotel aus.

Mit Kamerarucksack, Mosquitospray, Sonnencreme und genügend Wasser ging es morgens um 9.00 Uhr los. An der Tanke kurz voll gemacht und ab auf die Straße durch das total verrückte Verkehrswesen hier in Vietnam. Es ist immer wieder erstaunlich wie sich diverse scheinbar komplizierte Situationen wunderbar geschmeidig lösen, ohne große Kommunikation der sich fast behinderten Fahrzeuge. Allgemein haben wir noch keinen Unfall gesehen, obwohl sich hier so gut wie an keine Regel gehalten wird.

Geübt aus Mexiko und dem regelbrechendem Fahrstil in Deutschland waren wir wieder einmal eins mit dem hiesigen Bild. Wahlloses Hupen soviel das Herz begehrt. Einfach genial! Erfolgreich integriert…

Unser Ziel war der verlassene Wasserpark  Thuy Tien Lake:

Hierbei handelt es sich quasi um einen großen See außerhalb der Stadt, der damals mit diversen Bauten zu einer Art Freizeitpark gemacht wurde. Freibad Becken mit Wasserrutschen, eine große Zuschauertribühne für Veranstaltungen, ein Skulpturen Park, sowie das Highlight: nämlich ein Bauwerk in Form eines Drachens auf Stelzen in dem See selbst. Über Brücken konnte man zu den Hochzeiten des Parkes auf die Plattform gelangen, dort durch den betonierten Körper des Drachens die Treppen hinauf bis man letztendlich in dem Maul des Ungeheuers steht und die ganze Anlage überblicken kann. Wir verbrachten den Mittag hier und fotografierten und spazierten herum.

Anschließend sind wir noch mit dem Roller spazieren gefahren und haben auf dem Weg zur Zitadelle noch in einem französischen Restaurant zu Mittag gegessen.

Es wurde Nachmittag und Huê tauchte in ein schönes Licht während wir die große Zitadelle besichtigten. Es ist der ehemalige Sitz des Königs der Nguyen Dynastie und wurde ab 1806 erbaut. Im Vietnam Krieg spielte die Festung ebenfalls eine wichtige Rolle und wurde dabei fast ganz zerstört. Danach war die Dynastie zuende und Huê auch nicht mehr die Hauptstadt von Vietnam.

Einige Gebäude sind aber heute noch erhalten bzw. restauriert und so hatten wir einen schönen Spaziergang mit interessanten Eindrücken.